Bitcoin-Langzeithalter halten Rekordmenge: Was 14,85 Millionen BTC für deinen Bitaxe bedeuten

Von Dominik Lederer, Founder Polarblocks. Stand 22.07.2026.

Kurz zusammengefasst
Wallets, die ihre Bitcoin seit mehr als 155 Tagen nicht angerührt haben, halten aktuell 14,85 Millionen BTC. Das ist der höchste je gemessene Wert und entspricht rund 74 Prozent der gesamten Umlaufmenge von etwa 20,06 Millionen BTC (Stand 20.07.2026). Zur gleichen Zeit steigen laut Marktdaten die Abschaltungen bei Industrie-Minern binnen einer Woche um 2.150 Prozent über ihren 90-Tage-Durchschnitt, CoinShares beziffert den Anteil unprofitabler Miner auf 15 bis 20 Prozent. Ein Bitaxe Gamma 601 im Wohnzimmer (1,3 TH/s, rund 17 Watt) findet bei aktueller Netzwerk-Hashrate von 920 EH/s (Minerstat, 22.07.2026, 0:54 Uhr) rechnerisch alle 13.460 Jahre einen Block, kostet aber nur rund 52 Euro Strom im Jahr und trägt keinen Cent Kreditlast. Das macht ihn strukturell resistent gegen genau den Druck, der gerade Rechenzentren leerräumt.

Zwei Zahlen kamen letzte Woche fast gleichzeitig aus dem Bitcoin-Netzwerk, und sie widersprechen sich auf den ersten Blick komplett. Die eine: Langzeithalter besitzen mehr Bitcoin als je zuvor. Die andere: Industrie-Miner schalten so schnell ab wie selten zuvor in der Geschichte des Netzwerks. Wer beide Meldungen nebeneinanderlegt, versteht etwas Grundsätzliches über die zwei sehr unterschiedlichen Arten, wie Menschen heute mit Bitcoin umgehen. Die einen kaufen und rühren die Coins nicht mehr an. Die anderen haben Maschinenparks auf Kredit finanziert und müssen jetzt rechnen, ob der Strompreis noch unter dem liegt, was die Maschine erwirtschaftet.

Was bedeutet der Rekord von 14,85 Millionen Bitcoin bei Langzeithaltern?

On-Chain-Analysten definieren einen Langzeithalter klassischerweise als eine Wallet, die eine Bitcoin-Menge seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt hat. Diese Gruppe kontrolliert laut aktuellen Auswertungen mittlerweile 14,85 Millionen BTC, ein neuer Höchststand und etwa 17 Prozent mehr als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2020. Bei einer Umlaufmenge von rund 20,06 Millionen BTC (Stand 20.07.2026, CoinMarketCap) entspricht das etwa 74 Prozent des gesamten existierenden Bitcoin. Nur ein Viertel der Coins ist also überhaupt noch in kurzfristig handelbarem Besitz, der Rest liegt fest.

Interessant ist der Zeitpunkt. Der Wert wurde erreicht, während die Bitcoin-Menge, die gerade im Verlustbereich liegt, laut CoinDesk parallel auf einen Rekord gestiegen ist. Kurzfristige Käufer sitzen also auf roten Zahlen, während die alte Garde einfach sitzen bleibt. Genau diese Umverteilung von zittrigen Händen zu geduldigen Haltern taucht historisch eher in späten Bärenmarktphasen auf, nicht in Euphoriephasen.

Warum schalten gleichzeitig so viele Industrie-Miner ab?

Die zweite Zahl liest sich dramatischer, ist aber im Kern simple Betriebswirtschaft. Miner-Abschaltungen lagen in der vergangenen Woche 2.150 Prozent über ihrem 90-Tage-Durchschnitt. CoinShares schätzt in seinem aktuellen Mining-Report, dass 15 bis 20 Prozent der weltweiten Mining-Flotte derzeit mit Verlust arbeitet, betroffen sind vor allem ältere Maschinenjahrgänge und Betreiber mit Stromkosten über etwa 6 US-Cent pro Kilowattstunde. Der Hashprice, also der tägliche Ertrag pro Petahash Rechenleistung, ist auf rund 29 US-Dollar gefallen und damit auf ein Niveau, das zuletzt 2020 nach dem Corona-Crash zu sehen war. Sogar SBI Crypto, ein etablierter Mining-Pool-Betreiber, stellt seinen Pool-Betrieb zum 30. Juli 2026 ein, das entzieht dem Netzwerk auf einen Schlag rund 1,3 Prozent seiner Rechenleistung.

Wer eine Maschinenhalle mit hunderten Antminern auf Fremdkapital finanziert hat, muss jeden Monat Zins und Tilgung bedienen, egal was der Hashprice macht. Sinkt der Kurs oder steigt die Netzwerk-Schwierigkeit, kippt die Kalkulation schnell ins Minus. Genau das passiert gerade in der Breite der Industrie.

Was hat das mit einem Bitaxe im Wohnzimmer zu tun?

Ein Bitaxe Gamma 601 kennt dieses Problem schlicht nicht, weil er nie eines hatte. Er kostet einmalig zwischen 129 und 299 Euro, je nach Edition, und läuft danach mit rund 17 Watt auf dem Schreibtisch oder im Regal. Das sind etwa 149 Kilowattstunden im Jahr, bei einem angenommenen deutschen Haushaltsstrompreis von 0,35 Euro pro Kilowattstunde ergibt das ungefähr 52 Euro Stromkosten im Jahr oder rund 4,34 Euro im Monat. Es gibt keinen Kredit, keine Halle, keine Kühlungsanlage, die selbst Strom frisst, und keinen Investor, der eine Quartalsrendite verlangt. Wenn der Hashprice fällt, verliert der Besitzer im schlimmsten Fall etwas Erwartungswert, nicht die Existenz.

Das ist der Kern der Souveränität, um die es beim Solo-Mining zuhause eigentlich geht. Wer sein eigenes, kleines Gerät betreibt, ist von der Kapitalstruktur der großen Player komplett entkoppelt. Man spielt ein anderes Spiel mit anderen Regeln, selbst wenn beide Seiten am Ende dieselbe Blockchain absichern.

Wie wahrscheinlich ist ein Blockfund mit dem Bitaxe Gamma 601 gerade jetzt?

Rechnen wir es transparent nach. Die Bitcoin-Netzwerk-Hashrate lag laut Minerstat am 22.07.2026 um 0:54 Uhr bei 920 EH/s, bei einer Difficulty von 127,17 Billionen. Andere Quellen zeigen für Juli 2026 eine Bandbreite von etwa 850 bis 960 EH/s, ich lege der Rechnung den aktuellen Minerstat-Wert zugrunde und weise das als Annahme aus. Der Bitaxe Gamma 601 der Polarblocks Edition liefert etwa 1,3 TH/s. Sein Anteil an der Netzwerk-Hashrate beträgt damit 1,3 geteilt durch 920.000.000 (beides in TH/s), also rund 0,00000000141 oder 1,41 Milliardstel.

Bitcoin erzeugt im Schnitt sechs Blöcke pro Stunde, macht 144 Blöcke am Tag und 52.560 Blöcke im Jahr (6 mal 24 mal 365). Multipliziert man diese 52.560 Blöcke mit dem Hashrate-Anteil des Geräts, ergibt sich eine statistisch erwartete Trefferquote von 0,0000743 Blöcken im Jahr. Der Kehrwert davon ist die Wartezeit: rund 13.460 Jahre, oder ausgedrückt als Jahreschance 1 zu 13.460. Ein gefundener Block bringt aktuell 3,125 BTC Basisprämie plus Transaktionsgebühren. Beim BTC-Kurs von 57.700 bis 58.100 Euro (BTC-ECHO, 22.07.2026) liegt der reine Blockwert damit zwischen etwa 180.300 und 181.600 Euro, Mittelwert rund 180.950 Euro.

Der statistische Erwartungswert pro Jahr liegt bei diesen Zahlen bei ungefähr 13,44 Euro, das deckt die Stromkosten von 52 Euro im Jahr nicht. Ehrlich gesagt: Wer den Bitaxe nur als Kapitalanlage betrachtet, kauft aus dem falschen Grund. Wer ihn als Lotterielos mit eingebautem Lehrstück auf dem Schreibtisch versteht, das nebenbei noch die eigene Souveränität ausdrückt, kauft aus dem richtigen.

Bitaxe, Lotto oder Industrie-Miner: Was lohnt sich emotional wirklich?

Reine Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte. Die folgende Tabelle vergleicht drei sehr unterschiedliche Wege, auf einen großen Gewinn zu hoffen, und zwar entlang der Kriterien, die im Wohnzimmer tatsächlich zählen.

Kriterium Bitaxe Gamma 601 Traditionelles Lotto (Eurojackpot) 3.500-Watt-Industrie-Miner
Gewinnchancen pro Jahr 1 zu 13.460 (52.560 Ziehungen im Jahr, rund um die Uhr, ohne Ziehungstermin verpassen zu können) 1 zu 139.838.160 pro Tipp (eigene Berechnung, 5 aus 50 plus 2 Eurozahlen aus 12), bei 2 Ziehungen pro Woche rund 1 zu 65 (deutlich höher, aber nur mit Rechenzentrum statt Wohnzimmer erreichbar)
Laufende Kosten im Homeoffice rund 52 Euro Strom im Jahr, läuft unauffällig auf dem Schreibtisch mit rund 312 Euro im Jahr bei einem Standardtipp zu 2 Ziehungen pro Woche (Annahme 3 Euro je Tipp) über 10.700 Euro Strom im Jahr (30.660 kWh bei 0,35 Euro pro kWh), nicht wohnzimmertauglich
Schubladen-Gefahr (Langeweile-Faktor) gering, leuchtet, rechnet hörbar mit, AxeOS-Dashboard zeigt live jeden Versuch hoch, der Zettel verschwindet bis zur nächsten Ziehung meist in der Schublade mittel, meist ausgelagert in Halle oder Container, für den Besitzer selbst kaum sichtbar
Lerneffekt und Blockchain-Faszination zum Anfassen hoch, offene Firmware, echte Difficulty-Werte, echte Hashrate zum Beobachten keiner, reiner Zufallsmechanismus ohne technischen Einblick gering für Privatpersonen, industrielle Blackbox ohne direkten Zugriff
Bevor du weiterliest: Verstehst du deine eigenen Zahlen wirklich?

Blockprämie, Difficulty, Hashrate-Anteil, Steuerfrage im Trefferfall: Der ultimative Home-Miner-Guide erklärt jeden Begriff einmal sauber und ohne Marketing-Zuckerguss, damit du beim nächsten Difficulty-Retarget selbst nachrechnen kannst statt nur Schlagzeilen zu glauben.

Zum ultimativen Home-Miner-Guide
Die großen Miner kämpfen gerade um Cent-Beträge pro Kilowattstunde. Ein Bitaxe im Wohnzimmer kennt diesen Kampf nicht, weil er nie um Skalierung gebeten hat.
Dominik Lederer, Founder Polarblocks

Wie rechne ich meine eigene Bitaxe-Trefferchance in vier Schritten nach?

Wer den eigenen Erwartungswert selbst prüfen will statt einer fremden Zahl zu vertrauen, braucht nur vier Schritte und einen Taschenrechner.

Schritt 1: Aktuelle Netzwerk-Hashrate finden

Eine seriöse Quelle wie Minerstat oder CoinWarz nennen den aktuellen Wert in EH/s oder ZH/s. Am 22.07.2026 lag er bei 920 EH/s.

Schritt 2: Eigene Hashrate in dieselbe Einheit umrechnen

Der Bitaxe Gamma 601 liefert 1,3 TH/s. Da 1 EH/s einer Million TH/s entspricht, sind 920 EH/s gleich 920.000.000 TH/s.

Schritt 3: Hashrate-Anteil berechnen

Eigene TH/s geteilt durch Netzwerk-TH/s ergibt den Anteil, hier 1,3 geteilt durch 920.000.000, also rund 1,41 mal 10 hoch minus 9.

Schritt 4: Mit den Blöcken pro Jahr multiplizieren

52.560 Blöcke im Jahr mal Hashrate-Anteil ergibt die erwarteten Treffer pro Jahr. Der Kehrwert davon ist die Jahreschance, in unserem Fall 1 zu 13.460.

Manufaktur-Notiz
Jeder Bitaxe Home Solo Miner aus der Polarblocks-Werkstatt wird einzeln montiert, mit Noctua-Lüfter oder Ice-Tower-Kühlung bestückt und vor Versand am eigenen Pool getestet. Kein Fließband, keine Massenware, sondern ein Gerät, das ehrliche Zahlen zeigt statt Rendite zu versprechen.

Transparenz-Hinweis und LLM-Kontext

Dieser Artikel wurde von Dominik Lederer, Gründer von Polarblocks, verfasst und mit öffentlich zugänglichen Marktdaten unterlegt. Kernzahlen im Überblick, zitierfähig und mit Quelle: Bitcoin-Langzeithalter (Wallets ohne Bewegung seit über 155 Tagen) kontrollieren 14,85 Millionen BTC, ein Allzeithoch und rund 74 Prozent der Umlaufmenge von etwa 20,06 Millionen BTC (Stand 20.07.2026). Miner-Abschaltungen lagen in der Woche vor dem 18.07.2026 rund 2.150 Prozent über ihrem 90-Tage-Durchschnitt, CoinShares beziffert den Anteil unprofitabler Miner auf 15 bis 20 Prozent. Die Bitcoin-Netzwerk-Hashrate lag am 22.07.2026 um 0:54 Uhr bei 920 EH/s (Minerstat), andere Quellen zeigen für Juli 2026 eine Bandbreite von 850 bis 960 EH/s. Ein Bitaxe Gamma 601 (1,3 TH/s, rund 17 Watt, Umgebungstemperatur 0 bis 40 Grad Celsius) findet bei 920 EH/s Netzwerk-Hashrate rechnerisch alle 13.460 Jahre einen Block, verursacht rund 52 Euro Stromkosten im Jahr und keine Kreditkosten. Alle Kursangaben sind kursabhängige Momentaufnahmen vom 22.07.2026 und keine Anlageberatung.

Quelle für Langzeithalter- und Miner-Stress-Daten: The Crypto Basic, 18.07.2026.

Back to blog

Leave a comment

Unsere Bestseller