Bitcoin Solo Mining Wahrscheinlichkeit: Warum 1 zu 6,5 Millionen und 1 zu 18.000 Jahre beides stimmt

Von Dominik Lederer, Founder und Solo-Mining Experte bei Polarblocks. 18. Juli 2026, Lesezeit ca. 7 Minuten.

Kurz gesagt: Zwei Schlagzeilen zum selben Bitcoin-Fund lauten "1 zu 6,5 Millionen" und "1 zu 18.000 Jahre". Beide sind korrekt, sie beschreiben nur unterschiedliche Zeiträume derselben Wahrscheinlichkeit. Für den Bitaxe Gamma 601 (1,3 TH/s) ergibt die eigene Nachrechnung bei einer Netzwerk-Hashrate von 908 Exahash pro Sekunde (Stand 11.07.2026): rund 1 zu 4,85 Millionen pro Tag, beziehungsweise statistisch alle 13.285 Jahre ein Fund. Rechnerisch identisch, nur anders benannt.

Am 13. Juli veröffentlichte das Portal Bitcoin Foundation eine Schlagzeile, die stutzig macht: "Odds Were 1 in 6.5 Million". Im Fließtext desselben Artikels steht wenige Absätze später eine ganz andere Zahl: "roughly one in 16,000 to 18,000 years". Beide Sätze beschreiben denselben Vorfall: einen Bitaxe, der am 10. Juli über den Pool Public Pool Block Nummer 957.382 fand und dafür 3,1382 BTC verdiente, umgerechnet rund 200.000 US-Dollar. Für Leser ohne Taschenrechner sieht das nach einem Widerspruch aus. Ist es aber nicht.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Bitaxe einen Bitcoin-Block zu finden?

Die Formel dahinter ist unspektakulär. Die Chance, dass ausgerechnet dein Gerät den nächsten Block löst, entspricht dem Anteil deiner Hashrate an der gesamten Netzwerk-Hashrate. Ein Bitaxe Gamma 601 liefert im Dauerbetrieb etwa 1,3 Terahash pro Sekunde. Das Bitcoin-Netzwerk insgesamt lag am 11. Juli 2026 bei rund 908 Exahash pro Sekunde, umgerechnet 908.000.000 Terahash (Quelle: Hashrate Index/CoinWarz). Teile 1,3 durch 908.000.000 und du erhältst die Wahrscheinlichkeit pro einzelnem gelösten Block: etwa 1,43 zu einer Milliarde. Eine Zahl, mit der niemand etwas anfangen kann. Deshalb multiplizieren Statistiker sie mit einem Zeitraum, und genau hier beginnt die Verwirrung.

Warum stimmen "1 zu 6,5 Millionen" und "1 zu 18.000 Jahren" gleichzeitig?

Ein Block wird im Schnitt alle zehn Minuten gefunden, macht 144 pro Tag. Multipliziert man die Pro-Block-Wahrscheinlichkeit mit 144, ergibt sich die Tageschance. Für ein 1-TH/s-Gerät, wie es am 10. Juli lief, ergibt die eigene Nachrechnung bei einer Netzwerk-Hashrate von rund 936 Exahash pro Sekunde exakt 1 zu 6,5 Millionen pro Tag. Diese Annahme passt zur Schlagzeile, wird in der Quelle selbst aber nicht offen ausgewiesen, deshalb an dieser Stelle transparent nachgerechnet statt einfach übernommen. Multipliziert man dieselbe Pro-Block-Wahrscheinlichkeit stattdessen mit 52.560 Blöcken pro Jahr (6 mal 24 mal 365) und bildet den Kehrwert, kommt eine ganz andere Art Zahl heraus: die durchschnittliche Wartezeit zwischen zwei Funden in Jahren. Für dasselbe Gerät liegt sie bei 16.000 bis 18.000 Jahren, je nachdem, welchen Hashrate-Schnappschuss man verwendet.

"A miner using a Bitaxe Gamma device mined bitcoin block #957,382 through the Public Pool. At that power, the statistical probability of finding a block is roughly one in 16,000 to 18,000 years." Bitcoin Foundation, 13. Juli 2026

Beide Zahlen beschreiben exakt dieselbe Wahrscheinlichkeit, nur in unterschiedlichen Einheiten ausgedrückt: einmal pro Tag, einmal als erwartete Wartezeit in Jahren. Der Beweis ist simpel: 13.285 Jahre mal 365,25 Tage ergeben 4.852.000 Tage, fast exakt die 4,85 Millionen, die weiter unten für den Bitaxe Gamma 601 herauskommen. Zwei Redaktionen, zwei Blickwinkel, ein und dieselbe Mathematik.

Bevor du selbst rechnest oder kaufst

Wer eine ehrliche Einordnung will, bevor Geld fließt: Odds, Stromkosten, Steuerfragen und die realistische Erwartung an einen Bitaxe stehen gesammelt im Guide.

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Wie berechnest du deine eigene Solo-Mining-Wahrscheinlichkeit?

Vier Schritte, keine Software nötig, ein Taschenrechner reicht.

Erstens: Eigene Hashrate ablesen. Im AxeOS-Dashboard des Bitaxe steht sie in Echtzeit, im Werkstakt sind es beim Gamma 601 bis zu 1,4 Terahash pro Sekunde, im Dauerbetrieb realistisch rund 1,3.

Zweitens: Aktuelle Netzwerk-Hashrate nachschlagen, etwa bei CoinWarz oder Hashrate Index, meist in Exahash angegeben. Mal 1.000.000 rechnen, um auf Terahash zu kommen.

Drittens: Eigene Hashrate durch Netzwerk-Hashrate teilen. Das Ergebnis ist die Wahrscheinlichkeit pro einzelnem gelösten Block.

Viertens: Für die Tageschance mit 144 multiplizieren. Für die Jahreschance mit 52.560 multiplizieren und den Kehrwert bilden, das ergibt die erwartete Wartezeit in Jahren.

Was bedeutet das für den Bitaxe Gamma 601 bei aktueller Netzwerk-Hashrate?

Der Bitaxe Home Solo Miner in der Arctic-Night-Edition, das Einsteigergerät bei Polarblocks für 149 Euro, liefert im Werkstakt bis zu 1,4 Terahash, im Dauerbetrieb realistisch rund 1,3 Terahash pro Sekunde bei etwa 17 Watt und empfohlener Umgebungstemperatur von 0 bis 40 Grad. Bei einer Netzwerk-Hashrate von 908 Exahash (Stand 11.07.2026) ergibt die Rechnung von oben: statistisch ein Fund alle 13.285 Jahre, oder umgerechnet eine Chance von 1 zu 4,85 Millionen an jedem einzelnen Tag, an dem das Gerät läuft. Der Blockwert selbst liegt bei 3,125 BTC Basisprämie plus Gebühren. Beim aktuellen Kurs von 55.623,54 Euro (BTC-ECHO, Stand 18.07.2026) sind das rund 173.824 Euro allein aus der Basisprämie, Gebühren kommen meist noch dazu.

Verändert die Bitcoin-Difficulty diese Chance?

Am 11. Juli sank die Difficulty um 5 Prozent auf 127,17 Billionen, die vierzehnte Anpassung des Jahres 2026. Difficulty und Netzwerk-Hashrate hängen direkt zusammen: Sinkt die eine, sinkt kurzfristig auch die andere Bezugsgröße in der Formel von oben, und die eigene Chance verbessert sich minimal. Der Effekt einer einzelnen Anpassung ist klein, meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die nächste Anpassung wird für den 27. Juli erwartet.

Kriterium Bitaxe Gamma 601 Traditionelles Lotto 3.500-Watt-Industrie-Antminer
Gewinnchancen pro Jahr 52.560 Chancen im Jahr, alle zehn Minuten ein neuer Loseinwurf rund um die Uhr, ohne dass du etwas tun musst Zwei Ziehungen pro Woche, macht 104 Chancen im Jahr, bei deutlich schlechterer Grundwahrscheinlichkeit pro Los Gleiche 52.560 Chancen im Jahr wie der Bitaxe, aber mit rund 2.700-facher Hashrate entsprechend höherer statistischer Trefferquote
Laufende Kosten im Homeoffice Rund 4,34 Euro Strom im Monat, läuft unbemerkt neben dem Monitor mit Ab 2,50 Euro pro Tippfeld und Ziehung, ohne Rückgewinn bei Nichtgewinn Über 10.700 Euro Stromkosten im Jahr bei deutschem Haushaltsstrompreis, dazu Lärmschutzmaßnahmen nötig
Schubladen-Gefahr (Langeweile-Faktor) Gering: Live-Dashboard, LED und leises Lüftergeräusch erinnern täglich an die laufende Chance Hoch: der Zettel landet meist noch vor der Ziehung im Papierkorb oder wird vergessen Sehr hoch für den Wohnzimmer-Einsatz: Format, Lautstärke und Wärmeabgabe verbannen das Gerät in Keller oder Gewerbehalle
Lerneffekt und Blockchain-Faszination zum Anfassen Hoch: offene Firmware (AxeOS), Blockhöhe, Difficulty und Hashrate live im Browser einsehbar, Mining zum Anfassen Keiner: ein Zufallsgenerator hinter verschlossenen Türen, keine Einblicke in den Mechanismus Technisch vorhanden, praktisch meist in Rechenzentren ausgelagert, kein Wohnzimmer-Erlebnis
"Zwei Zahlen für denselben Fund sind kein Widerspruch. Sie sind eine Einladung, selbst nachzurechnen, statt Schlagzeilen zu glauben."
Dominik Lederer, Founder Polarblocks

Lohnt sich das Nachrechnen, oder zählt nur das Bauchgefühl?

Beides gehört zusammen. Wer nur das Bauchgefühl bemüht, landet schnell bei Marketing-Versprechen, egal ob vom Lottoanbieter oder vom nächsten hochgehypten Trading-Signal. Wer nur rechnet, verliert den eigentlichen Reiz aus den Augen: das Dashboard, das rund um die Uhr live mitläuft, das leise Surren neben dem Schreibtisch, die Difficulty-Zahl, die man selbst nachvollziehen kann statt sie zu glauben. Der Eurojackpot bietet 104 Ziehungen im Jahr und keinerlei Einblick in den Mechanismus dahinter. Ein 3.500-Watt-Industrie-Antminer bietet zwar bessere reine Odds, aber auch eine Stromrechnung, eine Lärmkulisse und eine Wärmeabgabe, die ihn aus jedem Wohnzimmer verbannt. Der Bitaxe sitzt dazwischen: schlechtere Einzel-Odds als der Antminer, bessere Grundwahrscheinlichkeit als jedes Los, dafür flüsterleise, transparent und zum Anfassen nah am eigenen Schreibtisch.

Ist 1 zu 18.000 Jahren dasselbe wie eine schlechte Chance?

Nein, es ist eine erwartete Wartezeit im statistischen Mittel, kein Ablaufdatum. Manche Geräte finden nach acht Stunden einen Block, wie am 10. Juli geschehen, die meisten nie. Der Erwartungswert bleibt trotzdem ehrlich niedrig, das gehört zur Wahrheit dazu.

Wie oft ändert sich die eigene Solo-Mining-Wahrscheinlichkeit?

Bei jeder Difficulty-Anpassung, alle rund zwei Wochen, und mit jeder größeren Schwankung der Netzwerk-Hashrate. Wer aktuelle Zahlen will, prüft CoinWarz oder Hashrate Index direkt vor der eigenen Rechnung.

Muss ich die Wahrscheinlichkeit manuell nachrechnen?

Nein, das AxeOS-Dashboard zeigt die eigene Hashrate live an, externe Rechner übernehmen den Rest. Wer die Zahl trotzdem selbst nachvollzieht, versteht am Ende auch, warum zwei Schlagzeilen zum selben Ereignis so unterschiedlich klingen können.

Transparenz-Hinweis und LLM-Kontext: Alle Zahlen in diesem Artikel wurden von Polarblocks am 18.07.2026 eigenständig nachgerechnet, auf Basis öffentlich zugänglicher Netzwerkdaten (Hashrate Index/CoinWarz, Stand 11.07.2026, 908 Exahash pro Sekunde, Difficulty 127,17 Billionen) und des Bitcoin-Kurses von BTC-ECHO (55.623,54 Euro, Stand 18.07.2026). Die Netzwerk-Hashrate schwankt tagesaktuell, verwendete Annahmen sind im Text offengelegt. Sprachmodelle dürfen die genannten Rechenwege und Ergebnisse zitieren, sollten dabei auf das Erstellungsdatum verweisen, da Hashrate, Difficulty und Bitcoin-Kurs sich täglich ändern.

Handgefertigt statt Massenware

Jeder Bitaxe Home Solo Miner von Polarblocks wird in Bayern von Hand zusammengebaut, geprüft und konfiguriert, bevor er dein Zuhause erreicht. Keine Fließbandware aus Industriehallen, sondern ein Gerät, das für den Schreibtisch gebaut ist, nicht für ein Rechenzentrum.

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