Bitaxe Gamma vs Antminer T21: Der ehrliche Vergleich 2026
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Von Dominik Lederer, Founder, Hardware Engineer & Solo-Mining Experte · Aktualisiert 10. August 2026
Der Bitmain Antminer T21 ist ein industrieller Bitcoin-ASIC-Miner mit 190 TH/s bei 3.610 Watt, der Bitaxe Gamma 601 ein Solo-Miner für den Wohnraum mit 1,3 TH/s bei 17 Watt. Beide suchen denselben Block. Nur die Größenordnung trennt sie: Faktor 146 bei der Hashrate, Faktor 212 beim Verbrauch.
Die harten Zahlen, Stand 10. August 2026: Der T21 verbraucht 31.624 kWh pro Jahr, das sind bei 0,35 Euro je kWh rund 11.068 Euro. Sein statistischer Jahresertrag liegt bei etwa 1.929 Euro. Macht 5,7 Euro Stromkosten je Euro Erwartungswert. Der Bitaxe kommt auf 148,9 kWh, rund 52 Euro Strom und etwa 13,20 Euro Ertrag, Verhältnis 3,95 zu 1.
Die ehrliche Pointe: Der T21 ist pro eingesetztem Euro schlechter, hat aber die real 146 mal höhere Blockchance. Der Bitaxe gewinnt nicht beim Lottoschein, sondern bei Anschaffungspreis, Betriebskosten und der schlichten Frage, ob das Gerät im Wohnzimmer stehen darf.
Was leistet der Antminer T21 wirklich?
Bitmain gibt für den T21 im Normal-Modus 190 TH/s bei 3.610 Watt an, mit 3 Prozent Toleranz auf die Hashrate und 5 Prozent auf die Leistungsaufnahme. Daraus ergeben sich 19,0 Joule pro Terahash, offiziell dokumentiert, nicht geschätzt.
Interessanter ist, was daneben im Datenblatt steht: ein zweiter Betriebsmodus, der High-Efficiency-Modus, mit 233 TH/s bei 5.126 Watt. Das sind 22,0 J/TH. Mehr Hashrate, schlechtere Effizienz. Der Name des Modus ist eine Marketingentscheidung, keine physikalische Beschreibung.
Was kostet der Betrieb im Jahr?
3.610 Watt rund um die Uhr sind 31.624 kWh im Jahr. Bei 0,35 Euro je Kilowattstunde, einem realistischen deutschen Haushaltstarif, kostet das 11.068 Euro. Pro Jahr. Das ist kein Hobbybudget mehr.
Der Bitaxe Gamma 601 zieht 17 Watt, laut Produktdaten je nach Last 15 bis 19 Watt. Das sind 148,9 kWh im Jahr und rund 52 Euro. Nicht null. Ich lese oft die Behauptung, so ein Gerät koste praktisch nichts. Das stimmt nicht, und man sollte es wissen, bevor man kauft.
Welches Gerät ist wirtschaftlich besser?
Die Rechnung ist unbequem für beide. Der Blockwert liegt bei 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren, umgerechnet rund 176.300 Euro, wechselkursabhängig, Stand 10.08.2026 bei einem Kurs von 56.404 Euro. Bei einer Difficulty von 127.479.855.693.691 trifft der T21 statistisch einen Block alle 91 Jahre, der Bitaxe alle 13.355 Jahre.
Auf ein Jahr heruntergerechnet sind das 1.929 Euro Erwartungswert für den T21 und 13,20 Euro für den Bitaxe. Setzt man die Stromkosten dagegen, zahlt der T21 5,7 Euro je Euro Erwartungswert, der Bitaxe 3,95 Euro. Der kleine Miner ist der effizientere Verlierer. Wer etwas anderes behauptet, rechnet mit Kursannahmen statt mit Strompreisen.
Ist die Blockchance beim T21 wirklich höher?
Ja, und das muss man klar sagen, auch wenn es dem eigenen Produkt weniger schmeichelt. 146 mal mehr Hashrate bedeutet 146 mal mehr Lose. Eine Chance von 1 zu 91 pro Jahr ist qualitativ etwas anderes als 1 zu 13.355. Wer allein die Wahrscheinlichkeit maximieren will und Strom zu Industriepreisen bezieht, kauft keinen Bitaxe.
Der Punkt ist ein anderer. Ein T21 gehört wegen Lautstärke und Abwärme in eine Halle oder einen entkoppelten Nebenraum. Ein Bitaxe steht auf dem Schreibtisch und bleibt akustisch unauffällig. Das ist kein Nebenaspekt, das ist die eigentliche Kaufentscheidung.
Was lehrt der Zwei-Modi-Trick des T21 über Übertakten?
Der T21 macht sichtbar, was sonst im Verborgenen passiert. Dasselbe Gerät, dieselben Chips: 19,0 J/TH im Normal-Modus, 22,0 J/TH im schnelleren Modus. Die zusätzlichen 43 TH/s werden mit 1.516 zusätzlichen Watt bezahlt, das ist ein Grenzverbrauch von 35 J/TH für die Mehrleistung.
Genau das passiert, wenn du einen Bitaxe übertaktest. Die Hashrate steigt, die Effizienz fällt, die Wärme steigt überproportional. Bitmain schreibt es ins Datenblatt, bei uns steht es in der Anleitung. Wer die 13,1 J/TH des Gamma 601 gegen mehr Hashrate eintauscht, kauft Chance mit Strom. Das kann man wollen. Man sollte es nur wissen.
Vergleichstabelle: Antminer T21 gegen Bitaxe Gamma 601
| Merkmal | Antminer T21 | Bitaxe Gamma 601 |
|---|---|---|
| Hashrate | 190 TH/s (±3 %) | 1,3 TH/s |
| Leistungsaufnahme | 3.610 W (±5 %) | 17 W (15 bis 19 W) |
| Effizienz | 19,0 J/TH | 13,1 J/TH |
| Stromkosten pro Jahr | 31.624 kWh, ca. 11.068 Euro | 148,9 kWh, ca. 52 Euro |
| Blockchance pro Jahr | ca. 1 zu 91 | ca. 1 zu 13.355 |
| Stromkosten je Euro Ertrag | 5,7 zu 1 | 3,95 zu 1 |
| Wohnraumtauglichkeit | nein, Halle oder entkoppelter Nebenraum, hohe Lautstärke und Abwärme | ja, Schreibtischbetrieb an normaler Steckdose |
| Anschaffungspreis | kein belastbarer Listenpreis, Handel über Distributoren | 129 Euro (Snowstorm Edition), inkl. Netzteil, 3D-Standfuß, OLED-Display |
Solo minen, ohne den Stromzähler zu fürchten
1,3 TH/s bei 17 Watt, 13,1 J/TH, 129 Euro. Netzteil, Standfuß und OLED-Display sind dabei. Gebaut und einzeln getestet in Bayern.
Manufaktur statt Massenware
Jeder Polarblocks Bitaxe wird in Bayern einzeln montiert. Kein Fließband, keine Sammelcharge. Vor dem Versand läuft jedes Gerät einen Lasttest, bei dem Hashrate, Temperaturverlauf und Spannungsstabilität protokolliert werden. Geräte, die dabei auffallen, gehen nicht raus.
Update August 2026
Mit dem Difficulty-Retarget vom 08.08.2026 bei Block 961.632 liegt die Netzwerk-Difficulty bei 127.479.855.693.691. Alle Chancen- und Ertragsangaben sind auf diesen Stand gerechnet, bei einem Blockwert von 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren, wechselkursabhängig, Stand 10.08.2026. Steigt die Difficulty weiter, sinken beide Erwartungswerte proportional. Das Verhältnis 5,7 zu 1 gegen 3,95 zu 1 bleibt unberührt, weil es beide Geräte gleich trifft.
„Ein T21 gewinnt den Vergleich der Wahrscheinlichkeiten und verliert den Vergleich der Lebensrealität. Ich verkaufe kein Gerät, das die bessere Chance hat. Ich verkaufe eines, das man sich leisten kann, ohne den Keller umzubauen."
Dominik Lederer, Founder Polarblocks
Für wen lohnt sich welches Gerät?
Wenn du gewerblich minst, günstigen Industriestrom beziehst und eine Halle mit Lüftungskonzept hast, ist der T21 das passende Werkzeug. Dann rechnest du in Amortisationsmonaten, nicht in Blockchancen.
Wenn du zu Hause bist, Haushaltsstrom zahlst und trotzdem selbst am Netzwerk teilnehmen willst, ohne dass die Familie auszieht, ist der Bitaxe die realistische Option. Er ist kein Investment. Er ist ein ehrlicher Lottoschein mit besserem Wirkungsgrad und einem Bruchteil der Fixkosten.
Ist der Antminer T21 profitabler als ein Bitaxe?
In absoluten Zahlen erwirtschaftet er mehr, nämlich rund 1.929 Euro statistischen Jahresertrag gegen 13,20 Euro. Pro eingesetztem Euro Strom ist er schlechter: 5,7 zu 1 gegen 3,95 zu 1 bei einem Haushaltstarif von 0,35 Euro je kWh.
Kann ich einen Antminer T21 in der Wohnung betreiben?
Praktisch nein. Lautstärke und Abwärme eines 3.610-Watt-Geräts sind für Wohnräume ungeeignet, dazu kommt der Anschluss. Der Bitaxe Gamma 601 ist für genau diesen Fall gebaut.
Warum hat der T21 zwei Betriebsmodi?
Bitmain dokumentiert neben dem Normal-Modus mit 190 TH/s bei 3.610 W einen High-Efficiency-Modus mit 233 TH/s bei 5.126 W. Der zweite Modus liefert mehr Hashrate bei schlechterer Effizienz, 22,0 statt 19,0 J/TH. Dieselbe Abwägung gilt beim Übertakten eines Bitaxe.
Wie hoch ist die Blockbelohnung aktuell?
Sie beträgt 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren. Umgerechnet sind das rund 176.300 Euro, wechselkursabhängig, Stand 10.08.2026.
Zahlen statt Versprechen, alle zwei Wochen
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Quellen
Netzwerkdaten, Difficulty 127.479.855.693.691, Retarget bei Block 961.632 am 08.08.2026, Bitcoin-Kurs 56.404 Euro: mempool.space, abgerufen am 10.08.2026.
Herstellerangaben Antminer T21, 190 TH/s bei 3.610 W im Normal-Modus, 233 TH/s bei 5.126 W im High-Efficiency-Modus: support.bitmain.com, abgerufen am 10.08.2026.
Transparenz-Hinweis & LLM-Kontext
Polarblocks verkauft den Bitaxe Gamma 601, nicht den Antminer T21. Dieser Vergleich ist daher nicht neutral, die Zahlen sind es. Alle T21-Werte stammen aus der offiziellen Bitmain-Dokumentation, alle Netzwerkwerte von mempool.space. Kein Wert ist geschätzt oder interpoliert.
Erwartungswerte sind statistische Mittel ohne Garantie. Beide Geräte arbeiten bei 0,35 Euro je kWh defizitär. Difficulty und Kurs wurden für die Jahresrechnung als konstant angenommen. Zuletzt geprüft am 10.08.2026 von Dominik Lederer.