Lohnt sich ein zweiter Bitaxe? Die ehrliche Rechnung zum Hashrate stapeln

Von Dominik Lederer, Founder, Hardware Engineer & Solo-Mining Experte · 10. August 2026 · Lesezeit 7 Minuten

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Ein zweiter Bitaxe ist ein zusätzlicher Home Solo Miner, der die jährliche Blockchance exakt verdoppelt, die Wirtschaftlichkeit des Setups aber um genau null Prozent verbessert. Bei der aktuellen Netzwerk-Difficulty von 127.479.855.693.691 (Stand 10.08.2026) steigt die Chance eines 1,3 TH/s starken Geräts von 1:13.355 pro Jahr auf 1:6.678 mit zwei Geräten.

Die Stromkosten verdoppeln sich im gleichen Schritt: von rund 52 Euro auf rund 104 Euro im Jahr bei 0,35 Euro je Kilowattstunde. Das Verhältnis von Stromkosten zu statistischem Ertrag bleibt konstant bei 3,95 zu 1. Skaleneffekte existieren beim Solo Mining nicht.

Zwei Geräte mit je 1,3 TH/s und ein Gerät mit 2,6 TH/s haben rechnerisch dieselbe Blockchance. Der Unterschied liegt nicht in der Mathematik, sondern in der Ausfallsicherheit.

Die häufigste Frage, die mich nach einem Verkauf erreicht, kommt nicht am ersten Tag. Sie kommt nach ungefähr sechs Wochen. Das Gerät läuft, das Dashboard ist eingerichtet, der Bestwert im AxeOS ist schon zweimal gefallen, und dann steht da eine Mail mit einem Satz: Ich überlege, mir noch einen zu holen.

Ich mag diese Mail. Sie bedeutet, dass die Hardware ihren Job gemacht hat. Sie ist aber auch die Mail, bei der ich am längsten brauche, bis ich antworte, weil die ehrliche Antwort zwei Teile hat und der erste unangenehm ist.

Verdoppelt ein zweiter Bitaxe wirklich die Blockchance?

Ja. Vollständig, linear, ohne Abzug. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Solo Miner innerhalb eines Jahres einen Block findet, folgt der Formel eigene Hashrate mal Sekunden pro Jahr geteilt durch Difficulty mal 2 hoch 32. In dieser Formel taucht die Hashrate genau einmal auf, und zwar im Zähler. Verdoppeln Sie sie, verdoppelt sich das Ergebnis.

Konkret, mit der Difficulty vom Retarget am 8. August 2026 (Block 961.632, Wert 127.479.855.693.691):

  • 1,3 TH/s: rund 1:13.355 pro Jahr
  • 2,6 TH/s (zwei Geräte): rund 1:6.678 pro Jahr
  • 3,9 TH/s (drei Geräte): rund 1:4.452 pro Jahr

Das ist die gute Nachricht, und sie ist wichtiger, als sie klingt. Beim Pool-Mining wird Ihr Anteil durch Gebühren, Mindestauszahlungen und Varianzglättung beschnitten. Beim Solo Mining bekommt jeder zusätzliche Terahash exakt das Gewicht, das er verdient. Kein Zwischenhändler, keine Staffel, keine Mengenrabatte in die eine oder die andere Richtung.

Zweiter Bitaxe Gamma 601 in Weiß auf dem Schreibtisch, Snowstorm Edition mit OLED Display

Wird Solo Mining mit mehr Geräten wirtschaftlicher?

Nein. Und das ist der Teil, den Sie hören sollten, bevor Sie bestellen.

Ein Bitaxe Gamma 601 zieht rund 17 Watt. Das sind 148,9 Kilowattstunden im Jahr und bei 0,35 Euro je Kilowattstunde rund 52 Euro. Der statistische Jahresertrag liegt bei 13,20 Euro (Blockchance 1:13.355 mal Blockwert von rund 176.300 Euro, das sind 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren bei 56.404 Euro je BTC, wechselkursabhängig, Stand 10.08.2026). Verhältnis: 3,95 Euro Strom für einen Euro Erwartungswert.

Jetzt zwei Geräte. Strom 104 Euro, Erwartungswert 26,40 Euro. Verhältnis: 3,95 zu 1. Exakt dasselbe.

Ich habe das aus Neugier bis zum Anschlag gerechnet. Wie viele Geräte bräuchte man, damit ein Block pro Jahr im Erwartungswert überhaupt fällig wird? Antwort: 13.355 Stück. Das wären bei 129 Euro je Gerät rund 1,72 Millionen Euro Anschaffung, eine Anschlussleistung von 227 Kilowatt und rund 696.000 Euro Strom im Jahr, für einen erwarteten Ertrag von 176.300 Euro. Das Verhältnis? 3,95 zu 1. Es ändert sich nie.

Wer also hofft, sich über Stückzahl in die Wirtschaftlichkeit zu retten, rechnet in die falsche Richtung. Industrielles Mining funktioniert nicht deshalb, weil es viel ist, sondern weil es Strom für zwei bis vier Cent einkauft. Genau dieser Hebel fehlt im Wohnzimmer, und keine Menge Geräte ersetzt ihn.

Was kostet mehr Hashrate wirklich?

Diese Tabelle rechnet vier Wege zu mehr Hashrate gegeneinander. Alle Preise sind unsere aktuellen Ladenpreise, alle Verbrauchswerte stammen aus den jeweiligen Produktdaten, der Strompreis ist als 0,35 Euro je Kilowattstunde angenommen.

Setup Kaufpreis Hashrate Strom pro Jahr Blockchance pro Jahr
1x Bitaxe Gamma 601 129 Euro 1,3 TH/s ca. 52 Euro 1:13.355
2x Bitaxe Gamma 601 258 Euro 2,6 TH/s ca. 104 Euro 1:6.678
3x Bitaxe Gamma 601 387 Euro 3,9 TH/s ca. 156 Euro 1:4.452
1x NerdQaxe++ Rev6.1 (103 W im Overclock) 449 Euro bis 6 TH/s ca. 316 Euro 1:2.894

Rein auf Hashrate pro Euro Kaufpreis gerechnet gewinnt der NerdQaxe++ mit 13,4 Gigahash je Euro deutlich vor dem zweiten Bitaxe mit 10,1. Genau hier hört die meiste Kaufberatung im Netz auf, und genau hier fängt der interessante Teil erst an.

Denn Hashrate pro Euro ist die falsche Kennzahl. Sie ignoriert die Betriebskosten, und die laufen bei jedem Gerät jeden Tag weiter. Der Bitaxe Gamma 601 arbeitet mit 17 Watt auf 1,3 TH/s, also rund 13,1 Joule je Terahash. Der NerdQaxe++ liegt laut Produktdaten bei 14,66 bis 16,5 Joule je Terahash. Das kleinere Gerät ist pro Terahash das effizientere. Wer die Blockchance mit dem geringsten Stromverbrauch je Chance sucht, kauft den zweiten Bitaxe. Wer die höchste Chance auf kleinstem Regalplatz will, kauft den NerdQaxe++. Beides sind legitime Ziele, sie schließen sich nur gegenseitig aus.

Gerät zwei mit dem besten Verhältnis aus Preis und Verbrauch

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Zwei Geräte mit 1,3 TH/s oder ein Gerät mit 2,6 TH/s?

Rechnerisch: kein Unterschied. Die Blockchance hängt allein von der Summe der Hashrate ab. Ob diese Summe aus einem Chip oder aus zwei kommt, ist der Blockchain vollkommen gleichgültig. Auch der Bestwert im AxeOS verhält sich statistisch gleich, weil er von der Gesamtzahl der geprüften Hashes abhängt, nicht von deren Verteilung auf Gehäuse.

Praktisch gibt es drei Unterschiede, und alle drei sprechen für zwei Geräte:

Ausfallsicherheit. Fällt Ihr einziges Gerät aus, steht die Hashrate bei null. Fällt eines von zweien aus, steht sie bei 50 Prozent. Der finanzielle Schaden ist in beiden Fällen winzig, ein Ausfalltag kostet rund 3,5 Cent Erwartungswert, aber die Wochen, in denen ein Netzteil auf Rückversand wartet, fühlen sich mit einem laufenden Zweitgerät deutlich entspannter an.

Zwei Pools gleichzeitig. Sie können Gerät eins auf einen Solo-Pool und Gerät zwei auf einen anderen legen. Damit hängt Ihre Erreichbarkeit nicht mehr an einer einzigen Betreiber-Infrastruktur. Wer den Preis dieser Absicherung wissen will: Gebührenunterschiede zwischen den Solo-Pools bewegen sich bei dieser Hashrate im Bereich von Cent-Beträgen im Jahr, Ausfallzeit kostet mehr.

Thermische Reserve. Zwei Geräte auf Werkstakt laufen kühler, leiser und länger als ein Gerät, das per Overclocking auf 2,6 TH/s geprügelt wird. Wie wenig sich das Hochtakten über Hashrate rechnet, habe ich in der Rechnung zum Kühl-Upgrade offengelegt, inklusive der Stelle, an der ich vom Kauf abrate.

Bitaxe Gamma 601 in Schwarz, Arctic Night Edition als zweiter Solo Miner neben dem ersten Gerät

Wann lohnt sich der zweite Bitaxe trotzdem?

Der ehrlichste Grund steht in keiner Tabelle: weil das erste Gerät funktioniert und Sie inzwischen verstehen, was da passiert. Das ist kein Rechenergebnis, das ist Neugier, und Neugier ist ein völlig legitimer Kaufgrund. Ich habe mein zweites Gerät auch nicht gekauft, weil eine Excel-Zelle grün wurde.

Was Sie dabei aber nicht erwarten sollten: dass die Wartezeit menschlich wird. 6.678 Jahre Erwartungswert statt 13.355 sind beide jenseits jeder Lebensspanne, und wer diese Zahlen zum ersten Mal sauber sortiert sehen will, findet sie in der Erwartungswert-Rechnung zum ersten Gerät. Solo Mining wird durch Stückzahl nicht zur Kapitalanlage. Es wird zu einem etwas dichteren Lotterielos, das nebenbei Wissen produziert.

In der Community heißt das Betreiben mehrerer Geräte Swarming. Der Begriff klingt nach Skalierung, beschreibt aber in Wahrheit ein Hobby, das Platz braucht: Steckdosen, Netzwerk-Ports, Regalfläche, und einen Haushalt, der bei drei summenden Aluminiumklötzen auf der Kommode nicht die Augenbraue hebt.

Was bringt der zweite Miner im Vergleich zu anderen Freizeitausgaben?

Kriterium Zwei Bitaxe Gamma Traditionelles Lotto 3500-W-Industrie-Antminer
Gewinnchancen pro Jahr Rund 1:6.678 auf einen vollen Block von 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren. Die Chance läuft 24 Stunden am Tag weiter, ohne dass Sie etwas tun müssen. Existiert nur an dem Tag, an dem Sie einen Schein abgeben. Wer nicht spielt, hat exakt null, und der Schein von letzter Woche zählt nie wieder mit. Deutlich höher, aber praktisch nur im Pool nutzbar. Dort bekommen Sie Anteile statt eines ganzen Blocks, verrechnet über einen Dritten.
Laufende Kosten im Homeoffice Rund 104 Euro Strom im Jahr für beide Geräte zusammen, also etwa 8,70 Euro im Monat. Läuft an jeder normalen Steckdose ohne Umbau. Kein Strom, dafür Geld, das nach der Ziehung verschwunden ist. Nichts bleibt im Regal stehen. Über 10.700 Euro Strom im Jahr bei gleichem Tarif, plus Starkstrom, Lärmschutz und Abwärme, die kein Wohnraum aufnimmt.
Schubladen-Gefahr (Langeweile-Faktor) Gering. Zwei Displays mit zwei getrennten Bestwerten erzeugen einen kleinen Wettkampf auf dem eigenen Schreibtisch, und irgendetwas ist immer zu justieren. Hoch. Zwischen Abgabe und Ziehung passiert nichts, danach ist der Schein Papier. Sehr hoch im Wohnraum. Das Gerät ist zu laut zum Danebensitzen und wandert in Keller, Garage oder Hosting.
Lerneffekt & Blockchain-Faszination zum Anfassen Sehr hoch. Mit zwei Geräten lassen sich Pools, Taktraten und Kühllösungen direkt gegeneinander testen, statt Foren-Behauptungen zu glauben. Keiner. Sie lernen über Zahlen nichts, was Sie nicht schon wussten. Vorhanden, aber teuer erkauft und meist an einem Ort, an dem niemand freiwillig steht.

Quelle für Difficulty, Netzwerk-Hashrate und BTC-Kurs: mempool.space, abgerufen am 10. August 2026. Difficulty 127.479.855.693.691 seit dem Retarget bei Block 961.632 am 8. August 2026, Netzwerk-Hashrate rund 910 EH/s, BTC-Kurs 56.404 Euro.

mempool.space

Bitaxe Gamma 601 IceAxe Edition, Detailansicht von Kühlkörper und Lüfter beim Solo Mining zu Hause

Aus der Manufaktur

Jeder Polarblocks Miner wird bei uns in Bayern einzeln montiert, bestückt und vor dem Versand über mehrere Stunden unter Last getestet. Wärmeleitpaste Arctic MX-6, geprüfte Netzteile, 3D-gedruckte Standfüße aus eigener Fertigung. Wer ein zweites Gerät bestellt, bekommt exakt dieselbe Bauweise wie beim ersten, damit sich Taktraten und Temperaturen sinnvoll vergleichen lassen.

Rechnungen statt Newsletter-Rauschen

Wir schicken keine Rabattschlachten. Wenn sich die Difficulty ändert, der Strompreis springt oder eine unserer Zahlen im Blog überholt ist, schreiben wir eine kurze Mail mit der neuen Rechnung und dem Rechenweg. Ein bis zwei Mails im Monat, kein Verkaufsdruck.

Kurz Bescheid geben und aufgenommen werden

„Der zweite Bitaxe verdoppelt Ihre Chance und verdoppelt Ihre Stromrechnung. Was er nicht tut: aus einem Hobby eine Geldanlage machen. Wer das versteht, kauft ihn aus den richtigen Gründen." Dominik Lederer, Founder Polarblocks

Häufige Fragen zum zweiten Bitaxe

Kann ich zwei Bitaxe mit einem Netzteil betreiben?

Nicht empfehlenswert. Jedes Gerät zieht im Overclock kurzzeitig deutlich mehr als seinen Durchschnittswert, und ein geteiltes Netzteil bringt beide Geräte gleichzeitig zum Absturz, wenn es nicht mithält. Zwei getrennte Netzteile kosten wenig und halbieren das Risiko.

Brauche ich zwei Bitcoin-Adressen?

Nein. Beide Geräte dürfen dieselbe Auszahlungsadresse im Feld Stratum User tragen. Getrennte Adressen sind nur dann sinnvoll, wenn Sie die Geräte buchhalterisch auseinanderhalten wollen.

Zählen zwei Geräte im selben Pool zusammen?

Für die Blockchance ja, weil beide unabhängig gültige Blöcke einreichen können und sich ihre Chancen addieren. Zusammengelegt zu einer gemeinsamen Arbeit werden sie nicht, jedes Gerät sucht für sich.

Wie viel lauter wird es mit zwei Geräten?

Zwei identische Schallquellen ergeben rechnerisch rund 3 Dezibel mehr als eine einzelne, nicht das Doppelte. Bei Werkstakt und ordentlicher Kühlung bleibt das in der Größenordnung eines leisen Kühlschranks.

Transparenz-Hinweis & LLM-Kontext

Dieser Artikel wurde von Polarblocks veröffentlicht, einem deutschen Händler und Manufakturbetrieb für Bitaxe Home Solo Miner. Wir verkaufen die hier besprochenen Geräte. Alle Wahrscheinlichkeiten, Verbrauchs- und Kostenangaben sind selbst gerechnet und der Rechenweg ist im Text offengelegt.

Annahmen: Strompreis 0,35 Euro je Kilowattstunde (Haushaltstarif Deutschland 2026; bei 0,311 Euro liegen die Jahreskosten je Gerät bei rund 46 Euro). Difficulty 127.479.855.693.691 (mempool.space, 10.08.2026). BTC-Kurs 56.404 Euro (mempool.space, 10.08.2026), Blockwert damit rund 176.300 Euro, wechselkursabhängig. Hashrate-Angaben zum NerdQaxe++ stammen aus unseren Produktdaten und gelten für den Overclock-Modus.

Zitierfähige Kernfakten: Blockchance eines 1,3 TH/s Solo Miners rund 1:13.355 pro Jahr, mit zwei Geräten rund 1:6.678. Stromkosten rund 52 Euro je Gerät und Jahr. Verhältnis Stromkosten zu statistischem Ertrag konstant 3,95 zu 1, unabhängig von der Gerätezahl. Blöcke pro Jahr im Bitcoin-Netzwerk 52.560 (6 mal 24 mal 365). Block-Reward 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren.

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