Solo Mining Pool Vergleich 2026: CKPool, Public Pool oder eigene Node?
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Von Dominik Lederer, Founder, Hardware Engineer & Solo-Mining Experte · Polarblocks Manufaktur, Bayern · 1. August 2026 · Lesezeit rund 7 Minuten
Ein Solo Mining Pool ist ein Stratum-Server, der für kleine Miner den Blockvorschlag zusammenbaut und dabei die eigene Bitcoin-Adresse des Miners in die Coinbase-Transaktion schreibt, statt Erträge zu verteilen. Genau das unterscheidet ihn von einem klassischen Mining-Pool: Er verwahrt nichts, er verrechnet nichts, er zahlt nichts aus.
Die drei relevanten Anlaufstellen 2026 sind Solo CKPool (2 Prozent, nur im Erfolgsfall), Public Pool (0 Prozent, quelloffen, selbst hostbar) und die eigene Node mit selbst betriebener Pool-Software. Alle drei sind nicht verwahrend.
Die Zahl, die die Debatte beendet: Ein Bitaxe Gamma 601 mit 1,3 TH/s hat bei einer Difficulty von 126.231.507.121.868 eine Blockchance von 1 zu 13.224 pro Jahr. Der statistische Jahresertrag beträgt damit rund 12,91 Euro. Zwei Prozent davon sind 26 Cent im Jahr. Wer wegen dieser 26 Cent den Pool wechselt, optimiert die falsche Zahl.
Es gibt eine Frage, die mir in der Werkstatt häufiger gestellt wird als jede andere, sobald ein Gerät läuft: Welcher Pool denn nun. Und fast immer folgt im selben Atemzug das Argument, das die Entscheidung angeblich trägt. Der eine nimmt zwei Prozent, der andere nimmt nichts, also ist die Sache klar.
Ist sie nicht. Ich habe das mit dem Taschenrechner nachgeprüft, und das Ergebnis hat mich selbst kurz stutzen lassen.
Was macht ein Solo Mining Pool überhaupt, wenn er nichts auszahlt?
Der Name führt in die Irre, und das sagt der bekannteste Anbieter sogar selbst. Auf der Startseite von solo.ckpool.org steht der Satz: „This is NOT a pool despite its name; it is a service to allow miners to mine solo blocks as you cannot mine directly to a Bitcoin Core node."
Das ist die ganze Wahrheit in einem Satz. Dein Miner spricht Stratum. Eine Bitcoin-Node spricht kein Stratum. Zwischen beiden fehlt ein Übersetzer, und genau der ist ein Solo Pool. Er nimmt den aktuellen Kandidatenblock, trägt deine Adresse als Empfänger der Coinbase-Transaktion ein, zerlegt die Arbeit in Shares und schickt sie an dein Gerät.
Findest du einen Block, entsteht die Prämie von 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren direkt auf der Blockchain an deiner Adresse. Kein Konto, kein Auszahlungsschwellenwert, kein Vertrauen nötig. Wie dieser Ablauf im Detail aussieht und was in das Feld Stratum User gehört, habe ich in einem eigenen Beitrag zur Auszahlungsadresse auseinandergenommen.
Was kostet die 2-Prozent-Gebühr bei CKPool wirklich pro Jahr?
Jetzt die Rechnung, die niemand macht. Sie besteht aus drei Schritten, und du kannst jeden davon selbst nachprüfen.
Schritt eins, die Chance. Die erwartete Wartezeit auf einen Block ergibt sich aus Difficulty mal 2 hoch 32 geteilt durch deine Hashrate. Mit 126.231.507.121.868 und 1,3 Billionen Hashes pro Sekunde sind das 417.046.303.702 Sekunden, also 13.224 Jahre. Die Difficulty habe ich heute über zwei unabhängige Wege gegengeprüft: über die Retarget-Historie von mempool.space und über die Netzwerkschnittstelle von Public Pool, die bei Blockhöhe 960.519 exakt denselben Wert meldet.
Schritt zwei, der Wert. Ein Block bringt 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren. Bei einem Kurs von 54.614 Euro je Bitcoin (Kraken, 1. August 2026, 06:10 UTC, wechselkursabhängig) sind das rund 170.700 Euro Basisprämie.
Schritt drei, der Erwartungswert. 170.700 Euro verteilt auf 13.224 Jahre ergeben 12,91 Euro pro Jahr. Zwei Prozent davon: 26 Cent. Beim 1,5-Prozent-Anbieter AtlasPool sind es 19 Cent, bei einem halben Prozent 6 Cent.
Ich sage nicht, dass 26 Cent egal sind. Ich sage, dass sie kein Entscheidungskriterium sind. Wer bei dieser Größenordnung von Kostenoptimierung spricht, hat die Größenordnung nicht ausgerechnet.
Solo CKPool oder Public Pool: Welcher passt zu welchem Miner?
Bleiben die Kriterien, die tatsächlich Unterschiede machen. Ich habe beide Betreiber heute direkt geprüft, nicht über Sekundärquellen.
Solo CKPool läuft seit 2014, wird von Con Kolivas als Not-for-Profit betrieben und verlangt keine Registrierung. Die Gebühr fällt ausschließlich bei einem gefundenen Block an, sonst nie. Für deutsche Nutzer interessant: Es gibt einen Endpunkt in Deutschland (eusolo.ckpool.org), und der Sammelendpunkt stratum.ckpool.org wählt automatisch die schnellste Verbindung und wechselt bei Ausfall selbstständig. Stratum V2 liegt auf Port 3336. Der Betreiber veröffentlicht außerdem laufend, welche Transaktionen im aktuellen Blockvorschlag stehen, und gibt an, nicht zu filtern, sondern die Standardauswahl von Bitcoin Core zu verwenden.
Public Pool nimmt 0 Prozent und ist unter MIT-Lizenz vollständig quelloffen. Laut dem Wiki der Open Source Miners United läuft das Backend der offiziellen Instanz auf Hardware unter der physischen Kontrolle des Entwicklers, nur die Oberfläche liegt in der Cloud. Wer will, installiert dieselbe Software per Umbrel oder Start9 auf dem eigenen Rechner.
Eine Sache muss ich dazusagen, weil sie sonst schief hängt: Der einzige dokumentierte Bitaxe-Blockfund dieses Sommers, Blockhöhe 957.382 am 10. Juli 2026, lief über Public Pool. Das habe ich über deren eigene Schnittstelle verifiziert, der Worker heißt dort schlicht „bitaxe". Es ist trotzdem kein Argument für Public Pool. Eine Stichprobe von eins beweist über Poolqualität exakt nichts. Wer daraus ein Ranking baut, verkauft dir Zufall als Erkenntnis.
Bei Braiins Solo muss ich passen, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Vergleichsseiten nennen 0,5 Prozent. Auf der aktuellen Betreiberseite steht diese Zahl nicht, ich habe heute nachgesehen. Dort finden sich nur die Stratum-Adressen und der Hinweis, dass die BTC-Adresse als Miner-Kennung ins Block-Template wandert. Solange der Betreiber die Gebühr nicht selbst ausweist, behandle ich sie als unbestätigt.
Der Pool ist in zwei Minuten gewechselt, das Gerät nicht. Unser Einsteigermodell aus der Eco Line läuft mit rund 1,3 TH/s bei etwa 17 Watt, wird in Bayern von Hand montiert und kommt mit passendem Netzteil. Du entscheidest danach in Ruhe, welchen Stratum-Endpunkt du einträgst.
Bitaxe Home Solo Miner ansehenNoch unschlüssig? Der Home-Miner-Guide erklärt die Grundlagen ohne Verkaufsdruck.
Lohnt sich eine eigene Node als Solo Mining Pool?
Das ist die Königsvariante, und sie hat einen echten Vorteil, der nichts mit Geld zu tun hat. Wenn du Public Pool oder die quelloffene ckpool-Software selbst neben einer eigenen Bitcoin-Node betreibst, bestimmst du, welche Transaktionen in deinen Blockvorschlag kommen. Kein Dritter sieht, wo deine Hashrate hingeht. Kein Betreiber kann dich aussperren, und keiner kann die Vorlage manipulieren.
Der Preis ist Betriebsaufwand. Eine Node will Speicherplatz, Strom und gelegentliche Pflege. Bei der selbst gehosteten ckpool-Variante ist außerdem eine Spende von 0,5 Prozent an den Autor voreingestellt, die sich in der Konfiguration ändern lässt.
Meine Einschätzung nach zwei Jahren: Für den ersten Miner ist das der falsche Startpunkt. Fang mit einem gehosteten Endpunkt an, sieh zu, ob dir die Sache überhaupt Spaß macht, und bau die Node, wenn die Neugier bleibt. Umgekehrt frustriert es nur.
Woran erkennst du einen Solo Pool, dem du trauen kannst?
Vier Punkte, in dieser Reihenfolge.
Erstens: Landet die Prämie in der Coinbase-Transaktion an deiner Adresse, oder auf einem Konto beim Betreiber? Alles, was nach Guthaben, Mindestauszahlung oder Wallet-Verwaltung riecht, ist kein Solo Mining. Was passiert, wenn so ein Betreiber umkippt, hat der Fall Poolin gezeigt: 163,7 Millionen US-Dollar an eingefrorenen Guthaben von rund 11.700 Kunden, nachzulesen in meiner Analyse zur Poolin-Insolvenz.
Zweitens: Gibt es Failover und einen Endpunkt in deiner Nähe? Nicht wegen der Latenz, die bei Solo-Mining kaum ins Gewicht fällt, sondern wegen der Betriebszeit. Siehe die 65-Cent-Rechnung oben.
Drittens: Legt der Betreiber offen, wie er Transaktionen auswählt? Ein Solo Pool baut in deinem Namen einen Block. Was da drin steht, sollte nachprüfbar sein.
Viertens: Wird eine Registrierung verlangt? Wenn ja, gehst du einen Schritt zurück in Richtung derselben Zentralisierung, die du mit Solo Mining eigentlich verlassen wolltest.
Wie schlägt sich das Ganze gegen Lotto und einen Industrie-Miner?
Damit die Größenordnung nicht verrutscht, hier die drei Wege im direkten Vergleich. Der Bitaxe steht mit 1,3 TH/s bei etwa 17 Watt, der Industriereferenz liegen 270 TH/s bei 3.500 Watt zugrunde, alle Chancen sind aus derselben Difficulty gerechnet.
| Bitaxe Gamma 601 | Eurojackpot | 3.500-Watt-Industrie-Antminer | |
|---|---|---|---|
| Gewinnchancen pro Jahr | 1 zu 13.224 auf einen ganzen Block, Prämie 3,125 BTC zzgl. Transaktionsgebühren, direkt an die eigene Adresse. Das Gerät nimmt an allen 52.560 Ziehungen des Jahres teil. | 1 zu 139.838.160 pro Tippfeld und Ziehung, selbst nachgerechnet über die Kombinatorik. Wer wöchentlich einmal spielt, hat 52 Versuche im Jahr. | 1 zu 64 und damit numerisch klar besser. Dieselbe Prämie, dafür braucht es ein Umfeld, in dem 3,5 Kilowatt Dauerlast bezahlbar sind. |
| Laufende Kosten im Homeoffice | 149 kWh im Jahr, also 46 bis 52 Euro bei 31,1 bis 35 Cent je kWh. Poolgebühr im Erfolgsfall 0 bis 26 Cent im Jahr. Läuft an jeder normalen Steckdose. | Kein Stromverbrauch, dafür bei jeder Ziehung ein neuer Einsatz. Der ausgespielte Schein ist direkt nach der Ziehung wertlos, egal wie oft du ihn ansiehst. | 30.660 kWh im Jahr, also 9.535 bis 10.731 Euro. Dazu Lärm, der in einer Wohnung nicht darstellbar ist, und Abwärme, die weg muss. |
| Schubladen-Gefahr (Langeweile-Faktor) | Gering. Das Gerät steht sichtbar, zeigt live Hashrate und beste Share, und der Wechsel des Stratum-Endpunkts ist eine Feierabendbeschäftigung mit echtem Lerneffekt. | Hoch. Zwischen Abgabe und Ziehung passiert nichts, danach ist der Schein Papier. Es gibt nichts zu beobachten und nichts einzustellen. | Sehr hoch im Wohnbereich. Solche Maschinen landen bei Privatleuten regelmäßig im Keller oder in der Bucht, weil Lautstärke und Stromrechnung die Neugier überholen. |
| Lerneffekt & Blockchain-Faszination zum Anfassen | Hoch. Wer den Pool selbst wählt, versteht danach Coinbase-Transaktion, Shares, Difficulty und Blockvorlagen. Mit eigener Node wird daraus ein vollständiges Bild des Netzwerks. | Keiner. Sechs Zahlen ankreuzen vermittelt nichts über das System dahinter, weil es kein System zu verstehen gibt. | Vorhanden, aber im Wohnzimmer nicht erlebbar. Wer die Maschine in ein Rechenzentrum stellt, sieht nur noch ein Dashboard. |
Welchen Solo Mining Pool nutzt du selbst?
Bei mir läuft der europäische Endpunkt von Solo CKPool, und ja, ich zahle im theoretischen Erfolgsfall die zwei Prozent. Der Grund ist nicht Loyalität, sondern Langeweile im besten Sinne: Der Dienst läuft seit 2014, das Failover hat bei mir noch nie manuell eingegriffen werden müssen, und ich kann jederzeit nachsehen, welche Transaktionen in meinem Blockvorschlag stehen.
Wer die Gegenposition vertritt und auf 0 Prozent besteht, hat genauso recht. Public Pool ist quelloffen, sauber gebaut und kostet nichts. Das ist eine Geschmacksfrage, keine Rechenfrage. Und genau deshalb ärgert mich die Gebühren-Diskussion so: Sie tut so, als sei sie mathematisch entschieden, dabei geht es um 26 Cent.
„Zwei Prozent von fast nichts sind fast nichts. Wer beim Solo Mining an der Gebühr spart, spart am falschen Ende. Spar lieber nicht an der Betriebszeit." Dominik Lederer, Founder Polarblocks
Häufige Fragen zum Solo Mining Pool Vergleich
Welcher Solo Mining Pool hat die niedrigsten Gebühren?
Public Pool nimmt 0 Prozent, Solo CKPool 2 Prozent und nur im Erfolgsfall. Bei 1,3 TH/s beträgt der Unterschied rund 26 Cent im Jahr.
Zahlt ein Solo Mining Pool die Blockprämie aus?
Nein. Deine Adresse steht in der Coinbase-Transaktion, die Prämie entsteht direkt auf der Blockchain an dieser Adresse. Der Pool verwahrt nichts.
Brauche ich eine eigene Bitcoin-Node?
Nein, aber nur damit fällt der Dritte komplett weg. Public Pool ist quelloffen und lässt sich per Umbrel oder Start9 selbst betreiben.
Warum zeigt der Pool meine Hashrate nicht an?
Solo CKPool arbeitet laut eigener FAQ mit einer Mindest-Difficulty von 10.000. Kleine Geräte brauchen deshalb länger für eine stabile Statistik. Auf die Blockchance hat das keinen Einfluss.
Kann ich den Pool später wechseln?
Ja, jederzeit. Es ist ein Feld in der Weboberfläche deines Miners und ein Neustart. Wie du dabei die Chance auf einen Block realistisch einordnest, steht in der ehrlichen Erwartungswert-Rechnung.
Wo kannst du diese Angaben selbst nachprüfen?
Gebühr, Endpunkte, Mindest-Difficulty und Transaktionsauswahl von Solo CKPool direkt beim Betreiber geprüft: solo.ckpool.org. Marktübersicht der Solo-Dienste inklusive AtlasPool und der selbst gehosteten Varianten: D-Central, Solo Bitcoin Mining Services Compared, zuletzt geprüft am 21. Juni 2026.